Australia is a myth of her mind (Australische Botschaft, Berlin)

Einzelausstellung meiner analogen Fotos in der Australischen Botschaft in Berlin.  Mai – September 2015.


„The world the girl had believed in did not, after all, exist. The world and the clan and Australia had been a myth of her mind, and she had been, all the time, an individual.“

(frei nach Randolph Stow)

 

Zwölf Jahre habe ich mich nach Australien geträumt. Zweieinhalb Jahre habe ich in Australien verbracht. Durch das unausgeglichene Verhältnis von Sehnsucht (in Deutschland) und Anwesenheit (in Australien) erscheint mir Australien oft als ein Mythos. Ist es das wirkliche Australien, das mich fasziniert, oder ist es die Version meiner Träume und Erinnerungen?

Das eine wirkliche Australien gibt es nicht. Jede Reise und jede Begegnung ist einzigartig und individuell, und so ist auch jeder Kontakt mit diesem Land einzigartig. Ich gestaltete meinen australischen Mythos, der nur durch eine subjektive Annäherung entstehen konnte, ähnlich einer Beziehung oder einer Heimatsuche: durch ein Innehalten, eine Faszination und ein Gefühl der Verbindung.

Mit der analogen Fotografie entwickelte ich meine Version von Australien. Dieses Medium bietet mir die Zeitlücke, die es braucht, um eine Filmrolle zu füllen oder Wirklichkeit und Vorstellungskraft zu vermischen. So verlängere ich die scheinbar flüchtigen Momente, lasse sie im Rückblick größer und auffälliger werden und verleihe ihnen damit eine Sehenswürde, die ich neben bekannte Bilder wie das Sydney Opera House stelle.

Aufgenommen auf 35mm-Film mit Canon AE-1 und Canon A-1 zwischen 2009 und 2015. “Dreamfall” wurde auf Mittelformatfilm aufgenommen.

For twelve years, I dreamt about Australia. For two and a half years, I lived and travelled in Australia. Due to the uneven proportion of longing (from Germany) and presence (in Australia), the continent often appears to me as a myth. Is it the real Australia I am fascinated of, or is it the version of my dreams and memories?

There is not a single real Australia. Each journey and each encounter is unique and individual, and so is each personal encounter with this country. I created my Australian myth which was only possible through a subjective approach, similar to a relationship or a search for a new home: in pausing for a moment, being fascinated and a sense of belonging.

I developed my version of Australia through analogue photography. The medium offers  the gap of time that is necessary to finish a film roll or to mix reality and imagination. In this way, I extend seemingly fleeting moments, let them appear greater in retrospective and therefore give them a value that I put next to popular pictures like the Sydney Opera House.

All photos were taken on 35mm film with a Canon AE-1 and Canon A-1 between 2009 and 2015. “Dreamfall” was taken on medium format film.

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